Über Verweise (Links)

 

Erklärung: Da die Inhalte von Internet-Seiten, auf die wir von unseren Seiten aus verweisen, ohne unser Wissen verändert worden sein können, nachdem wir den Verweis gesetzt haben, sowie aufgrund der technischen Unzulänglichkeiten, aufgrund derer, wiederum ohne unser Wissen, ein Verweis bei Ausführung durch Anklicken umgelenkt oder gar „abgefangen“ werden kann und somit auf andere als die von uns intendierten Seiten und ihre Inhalte verweisen kann, ist es unmöglich, die Inhalte der Seiten, die Sie beim Anklicken eines (externen) Verweises auf unseren Seiten erhalten, vorab zu kennen, weswegen wir keine rechtliche Verantwortung im Sinne der Haftbarmachung für die Inhalte der Seiten, auf die von unseren Seiten aus Verweise abgehen, übernehmen können.

Diese Erklärung ist zwar im Prinzip völlig überflüssig, da die Problematik von nicht intendierten Verweisen aufgrund von Änderungen, Druckfehlern o. Ä. auch bereits im Bereich gedruckter Medien, hier speziell für Quellenangaben, hinlänglich diskutiert und als unlösbar abgelegt wurde.

Aber da in Deutschland selbst hochgradig fragwürdige Urteile zumindest bis zu ihrer Aufhebung durch ein übergeordnetes Gericht gelten und sich ein offensichtlich unterbeschäftigtes Landgericht mit dieser Frage etwas sonderbar beschäftigt hat, existiert in Deutschland ein seit etlichen Jahren (und leider immer noch!) geltendes Urteil eben jenen Landgerichts, das im Prinzip jeden, der Verweise auf Internet-Seiten anbringt, dazu nötigt, sich vom Inhalt dieser Zielseiten zu distanzieren.

 

Übersehen hat das Gericht die Problematik, dass nicht nur sogenannt „externe“ Verweise, also solche, die auf Seiten anderer Domains verweisen, nicht sicher zu dem Resultat führen, das beim Setzen des Verweises intendiert war: auch Verweise innerhalb einer Domain können, bedingt durch technische Unzulänglichkeiten oder auch durch aktives „Abfangen“ der Verweise auf dem Übermittlungsweg der Daten auf falsche Ziele führen. Man müsste sich also streng genommen bei jedem Verweis, sogar innerhalb einer Seite, vom Resultat distanzieren, somit auch von den eigenen Inhalten... und ebenso vom Menü-Skript, das meist von einer externen Domain stammt, und auch vom Besucherzähler und vom Gästebuch und vom Forum: Dinge, die Internet-Dienstanbieter zur Verfügung stellen ...

Wie ‚barock‘ (im Sinne von ver–rückt) die dieser inkonsequenten Denkweise zugrundeliegenden Gedanken sind, kann man sich leicht anhand von Analogien veranschaulichen: Man stelle sich vor, in einer wissenschaftlichen Publikation, z. B. einer Dissertation, stünde, dass sich deren Autor von den Inhalten sämtlicher im Literaturverzeichnis aufgeführten Werke distanziert. Wem das nicht krass genug ist, der möge sich eine Tageszeitung vorstellen, die sich von sämtlichen in ihr abgedruckten Meldungen inhaltlich distanziert, die sie von einer Nachrichtenagentur erworben hat (und damit auf deren Rechtschaffenheit und Fehlerfreiheit hofft und angewiesen ist – überprüfen kann eine Zeitungsredaktion diese Meldungen i. a. nicht). Die Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen und würde die Unsinnigkeit dieses Urteils zur inhaltlichen Distanzierung nur ein ums andere Mal verdeutlichen.

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